WACKEN 2017 – 28 Jahre W:O:A

Freitag (04.08.2017)


Saltatio Mortis
Kein In Extremo, kein Schandmaul, nein Saltatio Mortis sollen die Flagge des Mittelalterrock / -Metalls mit Subway to Sally hochhalten.Kann das gutgehen? Qualität kommt ja nicht vom Platz in der Runing Order, doch sieht man sich die Zahlen verkaufter Alben an, hoffe ich, dass die Kombo live inzwischen auch einen Schritt weiter ist.
Stimmung, das ist schon nach wenigen Song klar, können die Jungs verbreiten. Sänger X mag zwar ein wenig Überheblich erscheinen,
doch hat er eine gute Bindung zur Menge, egal ob Mitsingen,- Klatschen oder -Wippen angesagt war. Auch an seiner Stimme hat er deutlich gearbeitet und muss sich nicht mehr hinter den Großen verstecken. Von „Prometheus“ über den „Rattenfänger“ bis hin zu „Satans Fall“ wird geliefert. Saltatio ist am Olymp des deutschen Mittelalterrocks angekommen.

Paradise Lost
Achtung! Die Briten kommen. Gerne öfters und immer wieder. Paradise Lost holten alles aus der neuen Louder Stage, ehem. Party Stage raus was sie so zu bieten hatte und verzauberten die Fans mit einem gigantischen Auftritt. Los ging es mit „No Hope in Sight“ über „Pity the Sadness“, „One Second“ zu einem starken Live Debut „Blood and Chaos“ von ihrem neuen Album „Medusa“ welches ab 1.09.2017 erhältlich ist. Paradise Lost Fans sollten auf jeden Fall mal reinhören.

Trivium
Standard. Die Mannen um Matt Heafy sind live eine Wucht und stellen das heute wieder eindrucksvoll unter Beweis. Das Set ist ein bunter Blumenstrauß aus Klassikern wie "Like light to the flies", der Ballade "Until the world goes cold" und dem Nackenmuskel-gefährdendenWOA
Abschluss "In Waves". Die Inspiration aus dem Heavy Metal, insbesondere Heaven und Hell um Ronnie James Dio zahlt sich aus, da die Songs vom Album "Silence in the Snow" nicht nur die Bandbreite deutlich erweitern, sondern Trivium deutlich Richtung Headliner weiterbringen. Marschieren Sie so weiter, wird die Metalszene noch viel Freude ihnen haben, auch weil Heafy gesanglich noch mal eine ordentliche Schippe draufgelegt hat.

Marilyn Manson
Mit gemischten Gefühlen gehe ich zu Manson. Zwei Konzerte dürfte ich sehen, beide Male war er Opfer eines schlechten Sounds. War das Zufall? Auf der anderen Seite war meine Jugend mit geprägt von einem Marilyn Manson, der es geschafft hat, in der Szene jedem zu gefallen. Das haben vor Ihm nur wenige Größen in der Hard Rock- / Metalszene geschafft. Abgesehen davon wurde mir versichert, dass er zu seiner besten Zeit live eine Macht gewesen sein soll. Entsprechend hoch ist meine Erwartungshaltung.WOA
Mit den ersten Tönen von Revelation #12 wird schnell klar, dass Instrumental der Sound bombastisch ist. Die Band Manson rockt, der Künstler Manson bleibt hinter den Erwartungen zurück, kann den Druck und die Präsenz von Schlagzeug und Gitarre nicht mithalten.
Bis zum überragenden "Sweet Dreams" bin ich überzeugt, dass doch ein Fehler in der Tontechnik vorliegt, doch diesen Song haut er uns wie ein Brett um die Ohren. Leider bleibt das einer von zwei geilen Songs ohne Beigeschmack.
Ein bisschen Sorgen mache ich mir schon, da er aussieht, als wäre er krank. War es den Besuch wert? Für die Erkenntnis ja, mitgerissen haben andere. Vielleicht stellt sich im Nachgang doch noch ein Handicap heraus, verwundern würde das nicht.

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