WACKEN 2015 – 26 Jahre W:O:A

Freitag (31.07.2015)


WOAWacken ist Wacken. Diese Erkenntnis erschlägt mich wieder einmal im Laufe dieses Freitags. Am Mittwoch noch mit der Frage geplagt, ob das Infieldüberhaupt geöffnet werden wird, sehen wir uns Sonnenschein und gefühlten 20 Grad gegenüber, Tendenz steigend, unglaublich. Der Boden ist schon wieder auf 2012er Niveau.

Hiervon motiviert, jedoch immer noch in Gummistiefeln umherziehend, machen wir uns zu Kärbholz auf, um dem Bier dann doch den Vorzug zu geben. Der gute Wille war da. Ersatzweise lassen wir uns im Pressezelt von der Hamburger Nachwuchsband High Fighter gleichermaßen die Ohren wegfetzen als auch gedanklich zum Mitrocken animieren. Klasse Sound, geile Mucke.

Zur Entspannung der Gehöhrgänge nehmen wir auch gleich noch die Listening Session von Boss Hoss mit. Moment, haben die gleich Ihr ganze Verwandschaft WOAmit eingepackt? Am Ende sollen es doch nur die Bläser sein, irgendwie doch beruhigend. Im Gegenteil zum Bandmanager, der gerne der coole 20jährige wäre und dabei auch schon mal über dem Pressepöbel schwebt. Die Band ist sehr entspannt und stellt stolz die erste Single mit und ohne Video vor. Wichtigste Erkenntnis ist ein sehr eingängiger Utz, Utz lastiger Song und der Umstand, dass endlich auch The Boss Hoss Top Models und nackte Frauen ins Video bekommen, was jedoch weder zu verwechseln noch durcheinander zu bringen ist.

Bevor doch noch der Schlaf einsetzt, machen wir uns auf zu Mr. Hurley und dieWOA Pulveraffen. Nie würde ich hierfür Geld bezahlen, doch komm auch ich als erklärter Tanzmuffel nicht am Schunkeln bis Tanzen vorbei, ganz zu schweigen von viel Spaß. Zu Ernst sollte man das Ganze nicht nehmen (was auch nicht Anspruch der Band ist) und idealerweise auch einen Basispegel haben, was für den allgemeinen Wacken-Besucher nun nicht das allergrößte Problem darstellt. Schöne Unterhaltung zum kühlen Beerenwein. Santiano lässt grüßen.

Ist denn schon In Flames Zeit... nein, erst kommen noch die Niedersachsen Oomph, die wohl trotz Bandhistorie immer im Schatten von Rammstein stehen werden. Zu nah gehen die Klänge doch zusammen. Ohne Erwartung werde ich doch sehr positiv überrascht. Klasse, dem Synthesizer geschuldet sphärischer Sound und eine Menge, zurecht in Feierlaune, da ein Song nach dem anderen fetzt, eingeleitet von "Labyrinth". Gegen Ende ertappe ich mich dabei, zu bedauern, In Flames wegen früher gehen zu müssen, doch das Wegbringen des Kaffees sorgt letztlich doch dafür, dass wir auch "Augen auf" nicht verpassen.

In Flames!!! Eigentlich erübrigt sich alles weitere. Wer die Göteborger einmal live erleben durfte weiß, was er an den Todesbleimetallern mit Hang zu den sanften In FlamesTönen hat. Neuen Eindrücken hilft schon einmal unser Platz, da wir der Sicht halber auf dem Hügel am Eingang stehen. Um die sich hier aufdrängende Frage gleich zu beantworten: Ja, das geht. Endlich einmal kann ich die Bühnenshow im vollen Ausmaß genießen. Die Setlist geht runter wie bei einem Bandjubiläum. Von "Whoracle" über den Klassiker "Clayman" bis hin zum großartigen aktuellen Release werden fast alle Alben bespielt. Fanherz, was willst Du mehr.
Positiv fällt auf, welche Freude In Flames wieder an ihren Auftritten haben, wennIn Flames auch zumindest in Sachen Kleidung das Alter langsam durchschlägt (weiß, ts, ts,...) und wie viel Kraft Anders wieder in seiner Stimme hat. Wurde 2009 noch jeder Growl möglichst umschifft, so kann er heute nicht genug bekommen, richtig Gas zu geben. Großer Sport. Wohl das Highlight des Festivals. Besser geht es nicht. In Flames we trust.

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