Summer Breeze 2008

Freitag (15.08.2008)


Midnattsol

Die norwegisch-deutsche Folk-Metal-Band beglückte die doch recht zahlreichen Fans zur Mittagszeit mit vertonten norwegischen Legenden und (leicht gebrochenen) deutschen Anmoderationen der sympathischen Sängerin Carmen Elise Espanaes. Die Schwester von Liv Kristine erschien wie auch schon bei anderen Auftritten in einem strahlend weißen Kleid, war (neben Bassistin Birgit Öllbrunner) ein absoluter Blickfang und mit ihrer starken Stimme auch „Hörfang". Viele der zum besten gegebenen Songs wirkten rockiger als auf den beiden Longplayern, was bei den Zuschauern sehr gut ankam.


Korpiklaani

KorpiklaaniWo Korpiklaani auftreten, fließen Bier und Schweiß in Strömen, das ist gemeinhin bekannt. Und so forderten die Anwesenden die mittlerweile ungemein beliebten Finnen auch schon vor Beginn des Auftritts mit Sprechchören auf, endlich anzufangen. Die „Gruppe aus den finnischen Wäldern" hatte Heerschaaren von Tanzwütigen und damit auch gefühlte 95% der Festivalbesucher angezogen, um sie dann mit vielen altbekannten und auch neueren Songs (unter anderem auch dem obligatorischen „Korpiklaani") zum Kochen zu bringen. Mit diesem mitreißenden, virtuos gespielten und gut abgemischten Auftritt dürften sicher noch den ein oder anderen neuen Fan gewonnen haben. Nahezu jedes Lied eignet sich zum Ringelreihen oder auch nur so rumhüpfen (& je nach Bierbefüllungs-Zustand auch mit dem Becher herumfuchteln und schwanken). Sänger Jonne Järvelä sang und brüllte wie immer, was das Zeug hielt. Die Fans crowdsurften, was das Zeug hielt. Ein Fest von einem Konzert.


Eluveitie

EluveitieIm Vergleich zum Vorjahr eine enorme Steigerung, sowohl was den Platz in der Running Order als auch die Menge der anwesenden Anhänger betraf, konnten Eluveitie für sich verbuchen. Das der Sänger Christian „Chrigel" Glanzmann heiser war, merkte man nur bei den Anmoderationen – ansonsten wechselte er wie immer zwischen Gröhlen, Kreischen und Singen hin und her. Wie bei Korpiklaani wurde kräftig getanzt, mitgesungen und gesprungen.  Die 8-Köpfige Truppe aus der Schweiz spielte wuselte & tanzte eine Auswahl aus Songs der letzten beiden Alben, wobei ältere Stücke wie „Tegernako" und „Your gaulish war" genauso gut ankamen wie die Kracher der aktuellen Platte. Chrigel brachte dem Publikum „Schöne Frau, hol mir ein Bier!" auf Altkeltisch bei – es ist nur fraglich, ob sich die kryptisch klingenden Worte jemand merken konnte.


As I Lay Dying

As I Lay DyingDer MetalCore von As I lay dying rief erneut eine gigantische Menge Leute auf den Plan, die danach dürsteten, zu Knallern wie „Nothing left" abzugehen. Sie forderten eine Wall of death, und der Fronter Tim Lambesis forderte seinerseits einen Circle Pit um den Tower. Beide Seiten erfüllten einander dann im Laufe des Gigs diese Wünsche, so dass nicht die nur Crowdsurfer länger in Bewegung waren… Sehr stark gespielt und sehr gut abgemischt, viele bekannte Songs zum mitgrölen und shouten, ein mitreißender Auftritt.


End of Green

End Of GreenEine gut gelaunte und überraschend entspannte Band spielte ihren Auftritt routiniert runter, der sich aus Songs der Alben 3-5 und Stücken der neuen Scheibe, deren Verkauf kurz zuvor auf dem Summer Breeze startete, zusammensetzte. Besonderes Highlight war die Pianoversion des live nur selten gespielten „I hate". „Dead end hero" wurde in den vorderen bis mittleren Reihen von praktisch jedem mitgesungen. Zahlreiche Crowdsurfer und frenetischer Applaus dominierten das Bild im Publikum. Schade, dass ausser „Dead city lights" und „Die lover die" nicht mehr vom neuen Silberling zum besten gegeben wurde – aber die nächsten Konzerte kommen bestimmt .
[Siehe auch Weißwurst-Frühstück]


Six Feet Under

Six Feet UnderEin Mann – eine Legende: Chris Barnes. Der Mann mit den Stimmbändern aus Stahl zog eine Menge Leute an und der Auftritt von Six Feet Under war sicherlich ein Höhepunkt des Festivals für Death Metal – und Comedy – Fans. Mit Songs wie „Feasting on the blood of the insane" hatten sie die Zuschauer sofort im Griff. Die tiefstimmigen Stücke wurden mit langanhaltendem Applaus quittiert. Als die US-amerikanische Truppe zum Abschluss des Auftritts noch „TNT" von AC/DC anstimmte, war das Publikum vollends begeistert.

Kataklysm

KataklysmDie kanadischen Death-Metal-Dinosaurier Kataklysm bestritten ihre niederwalzende Performance mit geliehenem Equipment – dies Tat dem Konzert jedoch keinen Abbruch. Zum Gegröhle und Geschrei von Frontmann Maurizio Iacono dürfte sich der ein oder andere in den vorderen Reihen sicher eine schöne Mosh-Genickstarre oder zumindest einen ernsthaft verspannten Nacken geholt haben. Noch obendrauf gab es das Drum-Inferno von Max Duhamel, für das die Band berüchtigt ist. Die Combo verfügt über ein großes Repertoire an Songs aus den zahlreichen Alben – und so wurde auch ein gut gewählter Querschnitt zum besten gegeben, der auch das bekannte „Shadows & Dust“ enthielt, das frenetisch gefeiert wurde – sofern man das bei moshenden Fans so nennen darf.

Subway to Sally

Subway to SallyErneut ein überzeugender Auftritt der festivalerfahrenen Band, die diesmal komplett in schwarz erschien. Eric Fish’s markante Stimme stach wie gewohnt hervor, und ein A Capella gesungenes Intro sowie eine dezente Feuershow untermalten die mittelalterliche Athmosphäre. Die Potsdamer Recken spielten einen Querschnitt durch ihre umfangreiche Diskografie mit vielen bekannten Gassenhauern, die die Fans auch schon vor Beginn des Gigs durchweg lautstark mitsangen. Es waren geschätzte 98% der Festivalbesucher anwesend, um dem ausgereiften und einwandfrei aus den Boxen schallenden Sound zu lauschen. Man kann konstatieren, dass sich Subway to Sally in der Blütephase ihres Schaffens befinden – ob das noch zu toppen ist?

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Donnerstag - Freitag - Samstag

Anja Späte, Torsten Sailer, Oliver Fritsch

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